Sr.Stefanie
- UND -
das "wahre" Leben der Schwestern!

Es ist ein normaler, unschuldiger Donnerstag-Abend. Nichtsahnend und unbekümmert setze ich mich vor meinen Fernseher und zappe durch die Kanäle. Plötzlich bleibe ich bei Sat 1 (nein, ich bekomme keine Provision) hängen. Es läuft gerade Sr.Stefanie (die scheinbar beliebteste Schwester im deutschen Fernsehen) Nunja, da man ja auch mal auf dem neuesten Stand sein will, schaue ich mir mal ganz ohne Vorurteile diese Serie an! Was ich dort sehe lässt mich bis heute nicht mehr los! Es ist wirklich erschreckend wie TV-Produzenten das Leben einer Krankenschwester sehen. Um euch mal zu zeigen wie realistisch diese Serie ist, habe ich ein paar Vergleiche aufgelistet! SO soll es laut Sr.Stefanie sein, und SO ist es wirlich!


So ist es im TV


-Dort erscheint jede Schwester wann sie will zum Dienst!-

-Eine Schwester steht vor drei Tablettenschälchen und wirft mit den Tabletten um sich wie am Rosenmontagszug mit den Bonbons... "einmal Antibiotikum... ein ACE-Hemmer"

-Bei Sr.Stefanie gibt es sowieso nur drei Patienten um die sie sich immer rühend kümmern kann! Sprich: Ach, sie haben Schulden... bitteschön, hier schenke ich ihnen meinen Lottogewinn...!

-Der akute Blindwurm läuft nach der OP wieder putzmunter durch die Landschaft! Wie praktisch.. da erübrigt sich ja das viele Überwachen und Blutdruckmessen! Bei Sr. Stefanie sowieso vollkommen überflüssig. Mit ihren heilenden Händen verschwindet sogar ein Herzinfakt in Sekundenschnelle!

-Sr.Stefanie ist doch echt ein Held. Morgens erscheint sie fit zum Dienst, ist so gut gelaunt das sie kurzerhand den Spät-Dienst mitmacht (natürlich rettet sie eine Ehe vor dem Scheitern), stellt sich zwischendurch noch mal in den OP um noch ein Leben zu retten und weil sie dann immernoch nicht genug hat macht sie dann auch noch den Nachtdienst! HAT DIESE FRAU EIGENTLICH KEIN PRIVATLEBEN?

So im "wirklichen" Leben


-Die Arbeit wartet nicht, und muss gemacht werden! Aber bei Sr.Stefanie fahren sich sogar die Patienten alleine ins OP!-

-Jeder Patient hat Tabletten die auf ihn abgestimmt sind. Allergien oder Unverträglichkeiten müssen bekannt sein. Die Tabletten werden auch von jeder Schwester noch einmal kontrolliert. Es darf kein Fehler passieren. Und mehr als drei Medikamente gibt es allemal!

-25 Patienten und mehr! Da ist man froh, wenn man die Patienten körperlich wieder fit bekommt!

-Tja, ein akuter Appendix liegt am nächsten Tag sicherlich noch schlapp im Bett. Sei es noch nachwirkend von der Narkose, oder weil der Patient das Narkosemittel nicht vertragen hat und die ganze Nacht erbrochen hat... aber nein, hat jemand Sr.Stefanie schon einmal Erbrochenes wegmachen gesehen??? PFUI! Das gehört doch nicht ins Fernsehen. Es könnte ja ein Funken Realismus dahinter stecken! *stöhn*

-Total fertig ist man froh, wenn man mal pünktlich Feierabend machen kann. Die Socken qualmen und man hat immernoch den schrillen Ton der Patientenklingel im Ohr! Patienten waschen, Patienten lagern, betten, frischmachen, Blutdruckmessen, Essen anreichen... habt ihr das schon einmal bei Sr.Stefanie gesehen? Hätte ich so wenig zu tun wie diese Person könnte ich das auch schaffen!

lustig

Aber eins haben wir dann doch mit Sr.Stefanie gemeinsam. Lustig ist es bei uns auch allemal... nur wir schauspielern nicht! *grins*

Tja, ich hoffe ich konnte euch hiermit etwas verdeutlichen wie unrealistisch solche Serien sind!
Sie haben echt garnichts mit dem wahren Berufsleben der Krankenschwester zu tun. Das könnt ihr mir glauben! Alle, die schon einmal in diesem Beruf gearbeitet haben, dies noch tun, oder mal ein Praktikum absolviert haben, wissen wovon ich spreche!
Es ist nicht immer einfach. Man muß lernen, dass zum Leben auch der Tod gehört und nicht immer alles rosig ist!
Der menschliche Körper reagiert nicht immer so wie man es gerne möchte. Da ist schnelles Reagieren gefragt. Man muß wissen was man tut! Launen der Patienten ertragen.. beim 10. Klingeln immernoch höflich und nett sein, glaubt mir, das ist nicht immer einfach! Trotz alledem könnte ich mir nicht vorstellen einen anderen Beruf ausüben zu wollen!
Seit dem 04.September 2001 darf ich mich nun endlich EXAMINIERTE KRANKENSCHWESTER nennen! Es waren drei sehr anstrengende, aber auch schöne Jahre und ich möchte hiermit noch einmal allen danken, die mir zur Seite gestanden, und auch mal meine schlechten Launen (besonders vorm Examen) ertragen haben. Vielen, vielen lieben Dank euch allen! *ganzdolldrück*